Vorläufiges Selbstverständnis
»No one is free until all are free«
Wer sind wir
Wir sind momentan noch ausschließlich weiße cis Männer, die vom Patriarchat profitieren, aber auch davon betroffen sind und es abschaffen wollen. Uns verbindet hierbei eine profeministische Grundhaltung. Profeminismus heißt für uns, dass wir uns in unserer Arbeit an queerfeministischen Theorien orientieren und dass (Queer-)Feminismus kein Nebenwiderspruch ist. Als cis Männer, die mit den existierenden Gewaltverhältnissen unzufrieden sind, finden wir es wichtig, dass sich alle (vor allem linke) cis Männer an der Überwindung des Patriarchats beteiligen. Als erste Schritte sehen wir daher den Support feministischer Strukturen durch beispielsweise Reproduktionsarbeit. Wir wollen nicht nur, aber vor allem, cis Männer und damit auch uns selbst motivieren, sich mit den eigenen Männlichkeiten/ patriarchalen Verhalten auseinanderzusetzen.
Warum machen wir das
In uns tragen wir die Wut und Trauer um all die Verletzten, Angegriffenen und Ermordeten durch patriarchale Gewalt. Uns eint die Sehnsucht nach einem guten Leben für alle und die Überzeugung, dass eine befreite Gesellschaft nur ohne Patriarchat existieren kann. Schon seit Jahrzehnten besteht die Forderung von Feminist*innen, dass sich Männer kritisch mit dem Patriarchat auseinandersetzen müssen und dass Repro-Arbeit fair verteilt werden muss. ProFem030 ist als Reaktion auf dem Bekanntwerden von sexualisierter Gewalt auf dem Festival „Monis Rache“ 2018 (die es auch schon 2016 gab) und der Forderung von feministischen Gruppen nach Verantwortungsübernahme an linke Männer entstanden.
Weil wir als cis Männer vom Patriarchat in verschiedenster Weise profitieren, sehen wir es als unsere Verantwortung für die Überwindung dessen zu streiten und zu kämpfen. Patriarchale Gewalt betrifft uns alle und hat auch in Form von sexualisierter Gewalt bei einigen von uns Risse im Leben verursacht.
Was machen wir
Wir wollen die Abschaffung von gender und ein Ende der patriarchalen Gewalt. Dafür sehen wir Kritik und Selbstkritik als wesentliche Pfeiler, auf die unsere Arbeit aufgebaut sein muss. Vor allem auch, da wir vor der Ambivalenz stehen als cis Männer Männerkumpanei abzulehnen, zu benennen, zu kritisieren und anzugreifen. Daher ist uns auch eine Vernetzung mit feministischen und anderen profeministischen Gruppen wichtig, da nur daraus ein kritischer Austausch gewährleistet werden kann. Es unterstützt uns aber auch dabei andere Beziehungsweisen uns selbst und anderen gegenüber zu etablieren. Größtenteils fußt unsere Arbeit momentan auf das Unterstützen von feministischen Aktionen in Form von Repro-Arbeit (Kochen, Kinderbetreuung u.ä.). Um den (pro)feministischen Diskursraum zu verbreitern und uns über profeministische Perspektiven auszutauschen organisieren wir regelmäßige inhaltliche Veranstaltungen. Dies dient uns unter anderem dazu, Männer zu motivieren gegen das Patriarchat zu kämpfen und feministische Aktionen zu unterstützen.
An wen richten wir uns
Wir richten uns an alle, die an der Abschaffung des Patriarchats Interesse haben und im Sinne eines guten Lebens für Alle für die Überwindung von Herrschaftsverhältnissen kämpfen wollen. Wir sind offen für alle Geschlechter und Herkünfte. Ebenso richten wir uns an alle feministischen und FLINTA-Strukturen, die von unserer Arbeit unterstützt werden möchten (z.Bsp. bei reproduktiven Arbeiten).
